Warum sollten Sie die Nuratau-Berge besuchen?
Möchten Sie in die Kultur und unberührte Natur Usbekistans eintauchen? Die Nuratau-Berge sind Ihre Eintrittskarte zu einem Erlebnis jenseits der berühmten Touristenstädte wie Samarkand und Buchara. Die Region Nuratau-Kysylkum liegt günstig auf dem Weg nach Samarkand, Buchara und Taschkent und ist von jeder dieser Städte aus in 3-4 Stunden zu erreichen. Auch die nahe gelegene Kysylkum-Wüste mit beliebten Jurtenlagern in der Nähe des Aydarkul-Sees lässt sich perfekt mit einem Besuch in einem Gästehaus in Nuratau kombinieren. Diese einzigartige Mischung bietet neue Perspektiven und bereichert Ihren Usbekistan-Urlaub.
Naturliebhaber werden die vielfältigen Ökosysteme genießen. Mit etwas Glück lassen sich das seltene Severtzov-Argali (Kysylkum-Wildschaf) und eine bunte Vielfalt an Vogelarten in der Region Nuratau-Kysylkum und den Feuchtgebieten des Aydarkul-Sees beobachten. Tauchen Sie in das Leben vor Ort ein, wohnen Sie in traditionellen Häusern und ruhen Sie sich auf Tapchans im Garten aus. Entdecken Sie alte Wassermühlen und traditionelles Kunsthandwerk, wie Spinnen, Weben und Filzen. Im Frühjahr können Sie die Seidenraupenzucht beobachten – die Bauernfamilien verkaufen die Cocons oder stellen selbst in kleinem Maßstab Rohseide her.
In Nuratau-Kysylkum leben Usbeken, Tadschiken, Kasachen, Russen und andere Volksgruppen harmonisch zusammen. Und alle sind für ihre Gastfreundschaft bekannt. Freuen Sie sich bei Dorfspaziergängen auf herzliche Einladungen zum Tee oder sogar zum Essen. Genießen Sie lokale Köstlichkeiten wie gebratenes Lamm, Plov, Hammelsuppe und erfrischende Sauermilchgetränke. Obst wie Maulbeeren, Kirschen und Aprikosen kommen direkt vom Baum. Die sonnenverwöhnten Aromen der lokal angebauten Tomaten, Paprika und Kräuter werden Sie überraschen. Die Region verfügt über eine internationale Zertifizierung für Bio-Lebensmittel. So ist ein nachhaltiges und frisches kulinarisches Erlebnis garantiert.
Einen Einblick in die örtlichen Festlichkeiten erhalten Sie bei Kupkari, einem Reiterspiel. Zwei Teams wetteifern darum, eine Ziege zu fangen und in ein bestimmtes Gebiet zu transportieren. Dieses traditionelle Spektakel gibt es oft bei Hochzeiten zu sehen.
Begeben Sie sich auf ein Abenteuer durch die Nuratau-Berge, z.B. beim Wandern , Eselreiten oder auf dem Pferderücken. Unternehmen Sie Tagestouren je nach gewünschten Schwierigkeitsgrad. Erkunden Sie historische Stätten wie alte Felsmalereien, Moscheeruinen und Festungen. Die lokalen Guides unterhalten Sie mit fesselnden Geschichten aus der Dorfgeschichte . Die Pracht der monumentalen Moscheen und wird Ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben. Abends ziehen Sie sich in die Ruhe der Homestays in den Nuratau-Bergen zurück . Hier können Sie entspannen und den Tag Revue passieren lassen.
Weitere Infos
Aktivitäten in den Nuratau-Bergen
Erkunden Sie die Nuratau-Berge und die Kysylkum-Wüste: Begeben Sie sich auf aufregende Ökotourismus-Abenteuer – wandern Sie, reiten Sie auf Pferden und Kamelen, übernachten Sie bei Einheimischen in Gästehäusern und Jurten. Tauchen Sie in den Alltag der Menschen, ihre Traditionen und in malerische Landschaften ein.
Homestays
In den Gastfamilien in den Bergen bekommen Sie das Leben vor Ort hautnah mit. Sie kommen mit Familien ins Gespräch, tauschen Geschichten aus und machen beim Kochen traditioneller Gerichte mit. Erleben Sie Alltag und traditionelle Landwirtschaft aus nächster Nähe. Erkunden Sie die abgelegenen Dörfer in den Nuratau-Bergen. Wandern Sie zu Wasserfällen, Petroglyphen, antiken Ruinen und Panoramablicken. Ihr Aufenthalt unterstützt direkt den Lebensunterhalt der lokalen Bevölkerung und fördert nachhaltiges Wachstum.
So erreichen Sie unsere Gastfamilien
Das bequemste, aber nicht das billigste Verkehrsmittel zu den Privatunterkünften in den Nuratau-Bergen ist das Taxi. Verhandeln Sie den Preis vor Abfahrt und vergewissern Sie sich, dass der Fahrer weiß, wohin Sie wollen. Sie können Kosten sparen, indem Sie das Taxi mit anderen Passagieren teilen. Auf Anfrage können wir auch einen Privattransport zu unseren Gastfamilien organisieren.
Von Taschkent zu den Bergdörfern in Nuratau und zurück
Vom U-Bahn- und Busbahnhof Taschkent Olmazor (früher Sobir Rahimov) nach Yangiqishloq (auch unter dem alten Namen Forish bekannt) gibt es keine direkte öffentliche Busverbindung. Wir empfehlen daher, eine der folgenden Optionen zu nutzen:
- Ein Sammeltaxi/Minibus von Taschkent nach Jizzax kostet etwa 70.000 bis 80.000 UZS/Person. Vom Bus-/Taxistand Olmachi in Jizzax an der Straße Samarkand-Taschkent nehmen Sie ein Sammeltaxi zum Busbahnhof Gorod in Jizzax (Preis 5.000 UZS/Person). Von dort fahren Minibusse und Sammeltaxis nach Forish / Yangiqishloq (20.000 bis 25.000 UZS/Person).
- Das direkte Sammeltaxi von Taschkent nach Yangiqishloq kostet etwa 100.000 UZS/Person (4 Personen teilen sich ein Taxi). Allerdings gibt es nur wenige Sammeltaxis pro Tag direkt nach Yangiqishloq, Sie sollten also spätestens um 10 Uhr am Busbahnhof Olmozor sein. Alle Yangiqishloq-Fahrer kennen unser Touristeninformationszentrum und bringen Sie direkt zu unserem Büro.
Sie können mit dem Fahrer auch vereinbaren, dass er Sie direkt an Ihrem Zieldorf absetzt.
Wenn Sie das direkte Sammeltaxi nutzen möchten, können wir Ihnen nach vorheriger Absprache vorab einen Platz reservieren.
Begleichen Sie ihre Rechnungen bitte direkt im Responsible Travel-Büro in Yangiqishloq (Forish). Wir helfen Ihnen auch gerne dabei, einen fairen Preis für das Taxi in das jeweilige Dorf auszuhandeln.
Das Büro liegt an der Hauptstraße Amir Temur vor dem Telekommunikationsgebäude. Das Gebäude ist leicht an den drei Telekommunikationsmasten auf dem Dach zu erkennen.
Von Yangiqishloq in die Dörfer der Nuratau-Berge fahren nur Taxen. Der Preis variiert je nach Entfernung (30km-60km einfache Fahrt) zwischen 160.000 und 200.000 UZS pro Taxi. Es ist vergleichsweise teuer, da der Fahrer damit rechnen muss, keine Fahrgäste für die Rückfahrt zu finden.
Von Yangiqishloq nach Taschkent
Von Yangiqishloq fahren regelmäßig Minibusse und Sammeltaxis nach Jizzakh (Gorod-Busbahnhof). Von dort aus müssen Sie ein Sammeltaxi (Kosten: 5000 UZS/Person) zum Busbahnhof Olmachi, auch Stansiya genannt, in Jizzakh nehmen, von wo es dann per Minibus oder Sammeltaxi nach Taschkent weitergeht (Kosten: ca. 70.000 bis 80.000 UZS/Person).
Von Samarkand zu den Nuratau-Bergdörfern
Vom Ulugbek-Busbahnhof in Samarkand fahren Busse, Minibusse und Sammeltaxen (die Sie entsprechend teurer auch als Privattaxi buchen können) zum Busbahnhof Olmachi/ Stansiya in Jizzakh. Die Kosten variieren zwischen 40.000 und 50.000 UZS/Person.
Nehmen Sie vom Olmachi-Busbahnhof in Jizzakh an der Hauptstraße Samarkand-Taschkent ein Sammeltaxi zum Gorod-Busbahnhof in Jizzakh (Preis 5.000 UZS/Person). Von dort fahren Minibusse und Sammeltaxis nach Yangiquishloq/ Forish (7.000 bis 9.000 UZS/Person).
Im Dorf Yangiqishloq (Forish) kommen Sie bitte im Büro von Responsible Travel vorbei, um Ihre Rechnungen zu begleichen. Wir helfen auch gerne dabei, einen fairen Preis für das Taxi in das jeweilige Dorf auszuhandeln. Unser Büro befindet sich an der Hauptstraße Amir Temur vor dem Telekom-Gebäude, leicht zu erkennen an den drei Telekommunikationsmasten auf dem Dach.
Von Yangiqishloq in die Dörfer der Nuratau-Berge fahren nur Taxen. Der Preis variiert je nach Entfernung (30km-60km einfache Fahrt) zwischen 160.000 und 200.000 UZS pro Taxi. Es ist vergleichsweise teuer, da der Fahrer damit rechnen muss, keine Fahrgäste für die Rückfahrt zu finden.
Jurtencamping
Bei einem Aufenthalt im Sayyod-Jurtenlager lernen Sie in einem Kochkurs z.B., usbekische Gerichte zuzubereiten. Sie können aber auch Wanderungen in die Nuratau-Berge unternehmen oder nahe gelegene Dörfer besuchen. Dort erhalten Sie einen Einblick in den Alltag der Dorfbewohner in den abgelegenen Bergregionen. Oder wie wäre es mit einem Tagesausflug zum Aydarkul-See? Oder entspannen Sie einfach am Pool des Jurtenlagers oder in ihrer Jurte.
Wanderungen
Wandern Sie zu Wasserfällen, Petroglyphen und antiken Ruinen oder genießen Sie atemberaubende Ausblicke bei Spaziergängen rund um die Homestays. Für Wanderbegeisterte bieten unsere geführten Tages- und Mehrtagestouren unvergleichliche Erlebnisse. Wandern Sie von Dorf zu Dorf in Begleitung unserer sachkundigen Guides. Weitere Informationen finden Sie unter unseren Wandertouren in den Nuratau-Bergen.
Reiten
Erleben Sie Usbekistan hoch zu Ross! Reiten Sie durch die Täler, entdecken Sie traditionelle Dörfer und tauchen Sie in das rustikale Leben in den Bergen ein. Wählen Sie unsere Ausritte von Dorf zu Dorf oder stellen Sie sich ihre individuelle Tour zusammen: Durch die Natur der Region Nuratau, die weiten Ebenen von Kyzyl-Kum und die Schönheit des Aydarkul-Sees. Unsere ortskundigen Guides empfehlen längere Ausritte, um die Vielfalt der Region intensiv zu erleben.
Kommen Sie mit auf eine unvergessliche Reise in das Herz Usbekistans, voller unvergesslicher Momente und spannender Abenteuer.
Seasons & Climate
Die Region Nuratau-Kysylkum ist das ganze Jahr über ein tolles Reiseziel mit angenehmem Klima und wunderschönen Landschaften. Die besten Reisezeiten sind jedoch Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen gemäßigt sind und die Landschaft am reizvollsten ist. Zwischen März und Mai können Sie den Kontrast zwischen grünen Vorgebirgen und schneebedeckten Gipfeln erleben – begleitet von der Ankunft der heimkehrenden Zugvögel. Im Herbst verändert sich die Landschaft wieder, wenn Walnuss-, Aprikosen- und Maulbeerbäume einen rötlich-goldenen Farbton annehmen. Die durchschnittlichen Temperaturen für jeden Monat des Jahres finden Sie in der folgenden Tabelle.
Wetter: Im Frühling liegen die Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Erfrischende Regenfälle versprechen reiche Ernte und saftige Weiden. Im Frühling fallen normalerweise etwa 35 % des gesamten jährlichen Niederschlags, im April etwa 56 mm und im Mai etwa 25 mm.
Wetter: Während der Sommermonate Juni, Juli und August liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa 30 °C, begleitet von einem geringen durchschnittlichen monatlichen Niederschlag von 4 mm. Dieses warme, ausgeglichene Klima schenkt der Region die köstlichen und saftigen Früchte, für die sie bekannt ist.
Wetter: Die Herbstmonate September und Oktober bringen Temperaturen zwischen 18 und 20 °C mit sich, begleitet von einem durchschnittlichen monatlichen Niederschlag von 20 mm. In dieser Zeit fallen etwa 20 % des jährlichen Niederschlags. Oft ist es bis weit in den Dezember hinein warm. Eine einzigartige Gelegenheit, die schneebedeckten Bergpässe der Region zu erkunden (siehe Tabelle 1).
Wetter: Die fallenden Temperaturen Ende Dezember und Januar läuten den Winter ein. Die Temperaturschwankungen im Winter umfassen einen Bereich von -20 bis -22 °C und +22 bis +24 °C. Die Niederschlagsmenge steigt und beträgt nun durchschnittlich etwa 48 mm pro Monat.
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Durchschnittliche Temperatur ° C | 2 | 3 | 7 | 16 | 21 | 28 | 30 | 28 | 23 | 14 | 8 | 3 |
| Min. Temperatur ° C | -21 | -22 | -19 | -8 | O | 11 | 15 | 12 | 2 | -5 | -22 | -21 |
| Max. Temperatur ° C | 24 | 27 | 30 | 39 | 41 | 42 | 43 | 42 | 39 | 35 | 31 | 28 |
| Niederschlag mm | 54 | 48 | 56 | 46 | 25 | 6 | 2 | 3 | 5 | 20 | 34 | 45 |
Menschen und Kultur
Die Region Nuratau-Kysylkum ist kulturell sehr vielfältig. In ihr sind tadschikische, kasachische und usbekische Gemeinschaften beheimatet. Alle haben sich trotz 70 Jahren Sowjetherrschaft ihre starke kulturelle Identität bewahrt. Die Region liegt an einem nördlichen Arm der alten Seidenstraße, der vom Fergana-Tal über die Festungsstadt Nurata in die Stadt Buchara führte. Schon vor der Entstehung der Großen Seidenstraße lebten hier nomadische Turkstämme. Später ließen sich tadschikische Stämme in den Bergregionen nieder und legten in den Tälern nahe den Gebirgsflüssen Obst- und Nussgärten an. Die von ihnen gegrabenen Bewässerungssysteme sind noch heute die Grundlage der Kulturlandschaft. Seit der Antike gehören Rinder-, Karakulschaf- und Ziegenzucht, Gartenbau und Seidenraupenzucht zu den Lebensgrundlagen. Darüber hinaus zogen jahrhundertelang Handelskarawanen durch das Gebiet, das so zu einem integralen Bestandteil der Großen Seidenstraße wurde.
Während der Sowjetzeit verlagerte sich die Erwerbsgrundlage zunehmend auf die Beschäftigung in staatlichen Unternehmen. Der Bau der Straßeninfrastruktur und die Elektrifizierung verbesserten die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Gleichzeitig gingen in dieser Zeit viele traditionelle Bewirtschaftungsmethoden verloren, welche die natürliche Ressourcen optimal genutzt hatten. Dabei wurden teils jahrhundertealte Institutionen abgeschafft.
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen und Finanzmitteln ist die Arbeitslosigkeit dramatisch angestiegen. Infolgedessen ist die Bedeutung landwirtschaftlicher Subsistenzwirtschaften zur Sicherung des Lebensunterhalts gestiegen. Aufgrund der unzuverlässigen Energieversorgung sind die Bewohner gezwungen, wertvolle und schützenswerte Holzressourcen zu verbrauchen. Jagd und Fischerei ergänzen die Nahrungsmittelversorgung.
Um die wirtschaftliche Lage zu verbessern, haben die Einheimischen mit technischer Unterstützung internationaler NGOs ein gemeindebasiertes Ökotourismusprojekt ins Leben gerufen. Diese alternative Einkommensquelle soll dazu beitragen, den Lebensstandard der Menschen zu verbessern und sie zu mehr Umweltschutz zu motivieren.
Geografie und Umwelt des Nuratau-Kyzylkum-Gebiets
Das Nuratau-Gebirge erstreckt sich über eine Länge von etwa 180 km in Ost-West-Richtung, nördlich von Samarkand und südlich des Aydarkul-Sees. Der höchste Gipfel liegt 2169 Meter über dem Meeresspiegel. Das Gebirge ist auch insofern bedeutend, als dass es der letzte Rückzugsort des stark gefährdeten Severtzov-Argali oder Wildschafs (Ovis Ammon Severtzovi) ist. Zum Schutz des Severtzov-Argali wurde bereits Mitte der 1970er Jahre das Nuratau-Naturreservat gegründet.
Das Reservat liegt im Herzen des Nuratau-Gebirges. Da es ein Naturschutzgebiet ist, ist es für Besucher nicht zugänglich. Für die Zukunft ist ein Biosphärenreservat geplant, das nicht nur das Nuratau-Gebirge, sondern auch Teile der Kysylkum-Halbwüste und den Aydarkul-See umfasst. Allerdings ist dieser Status noch nicht legalisiert. Das Gebiet umfasst mehrere Landschaftstypen wie felsige Berge, üppig grüne, fruchtbare Täler, flache trockene Halbwüsten, hügelige Wüstendünen und ausgedehnte Feuchtgebiete, die alle typisch für Zentralasien sind.
Biosphärenreservate sind eine neue Kategorie für Schutzgebiete in Usbekistan. Sie sollen den Schutz der Tierwelt mit nachhaltiger ländlicher Entwicklung und der Bewahrung der Kultur verbinden. Aufgrund der geografischen Lage und Lebensraumvielfalt weist das Gebiet Nuratau-Kyzylkum eine hohe Artenvielfalt auf und jeder Landschaftstyp hat seine eigene spezifische Schönheit.
Die Laubwälder der Nuratau-Täler sind üppige grüne Oasen mit alten Obst- und Nussbäumen, die seit Jahrhunderten kultiviert werden. In den Tälern sind Walnuss, Maulbeere, Aprikose, Kirsche, Pflaume, Birne, Apfel, Platane und Silberpappel die häufigsten Bäume. An den Berghängen sind Baumarten wie Zeravshan-Wachholder, Pistazienbäume, Kreuzdorn, Ahorn, Apfelbäume, Weißdorn und Kaukasischer Zürgelbaum weit verbreitet. Die Nuratau-Berge beheimaten eine Vielzahl von Vogelarten wie zum Beispiel den seltenen Bartgeier (Gypaetus barbatus), Gänsegeier (Gyps fulvus), Mönchsgeier (Aegypiusmonachus), Schmutzgeier (Neophron percnopterus), Steinadler (Aquila chrysaetos), Würgfalken (Falco cherrug), Turmfalken (Falco naumanni), Mauersegler (Apus affinus), Felsenschwalben (Ptyonoprognerupestris), Steinröteln (Monticolasaxatilis), Blaumerlen (Monticola solitarius), Chukarhühnern (Alectoris chukar) und verschiedene Steinschmätzer. Die Bergtäler ziehen Pirol (Oriolusoriolus), Nachtigallen (Lusciniamegarhynchos), Paradiesschnäpper (Terpsiphoneparadisi), Turkestanmeisen (Parusbocharensis), Stieglitze (Cardueliscaniceps) und viele andere Vögel an.
Steinmarder (Martes foina) und Stachelschweine (Hystrixindica) sind typische Säugetiere in diesem Ökosystem. Mehrere Fledermausarten leben in Höhlen und Nischen. Wie bereits erwähnt, sind die felsigen Berghänge Futter- und Ruheplätze für die Severtzov-Wildschafe.
Die Kysylkum-Halbwüste mit ihrer krautigen Vegetation ist für viele Arten ein wichtiger Brutplatz. Im Frühjahr und Sommer dient sie auch als beliebter Zwischenstopp für Zugvögel. In diesem Lebensraum sind unter anderem Großtrappen (Otis tarda), Zwergtrappen (Otis tetrax), Kragentrappen (Chlamydotisundulata), Mönchsgeier (Aegypiusmonachus) und Schwarzbauchflughühner (PteroclesOrientalis) zu finden. Jedes Frühjahr versammeln sich Tausende Jungfernkraniche (Anthropoides Virgo) in der Steppe. Seltene Reptilienarten wie Wüstenwarane (Varanus griseus), Zentralasiatische Landschildkröten (Testudo Horsfield), Plattenschwanzgeckos (Terratoscincus Scincus) und Asiatische Ablepharus (Ablepharuspannonicus) sind ebenfalls in der Wüste zu finden.
Die Seen Aydarkul und Tuzkan sowie die angrenzenden Feuchtgebiete bedecken weite Teile der Region. Sie sind wichtige Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für mehr als hundert Vogelarten. Elf von ihnen sind in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources/ IUCN) aufgeführt: Krauskopfpelikan (Pelecanus Crispus), Zwergscharbe (Phalacrocoraхpygmaeus), Rothalsgans (Rufibrentaruficollis), Zwerggans (Ansererytropus), Moorente (Aythyanyroca), Steppenweihe (Circus macrourus), Kaiseradler (Aquila heIiасa), Pallas-Seeadler (Haliaetusleucoryphus), Seeadler (Haliaetusalbicilla), Mönchsgeier (Aegypiusmonachus) und Steppenregenpfeifer (Chettusiagregaria).
Das Gebiet Nuratau-Kysylkum ist auch Heimat zahlreicher Säugetiere. Etwa 40 % der in Usbekistan vorkommenden Arten leben hier. Wölfe (Canis lupus), Schakale (Canis aureus), Füchse (Vulpes vulpes und Vulpes corsak), Bisamratten (Ondatra zibethicus) und zentralasiatische Wildschweine (Sus scrofa) sind nur einige davon.
Bergdörfer von Nuratau
In den Nuratau-Bergen gibt es viele alte Dörfer und Siedlungen, die von drei große ethnische Gruppen, Usbeken, Tadschiken und Kasachen, bevölkert werden. Die Usbeken, die zahlenmäßig stärkste ethnische Gruppe der Region, sind im 13. Jahrhundert aus dem Norden des heutigen Kasachstans in die Gegend migriert. Die zweitgrößte ethnische Gruppe, die Tadschiken, weist eine noch ältere Siedlungsgeschichte auf, die bis in die Zeit der Herrschaft Alexanders des Großen in Zentralasien zurückreicht. Die kleinste ethnische Gruppe, die Kasachen, lebte vor ihrer Ansiedlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts dauerhaft nomadisch in Jurten in der Kysylkum-Wüste.
Viele Jahrhunderte lang führten einige der Karawanenrouten zwischen Buchara und Taschkent (Schasch) durch die Region Nuratau. Diese Handelsroute wurde teilweise bis ins 19. Jahrhundert genutzt. Während der langen, harten und gefährlichen Reisen nutzten die Händler Festungen und Brunnen in den Tälern des Nuratau-Gebirges und in der Kysylkum-Ebene als Zwischenstopps. Die gegenwärtige Entwicklung des Ökotourismus konzentriert sich auf die Dörfer Eski Forish, Asraf, Uhum, Hayat, Majerum und Sentob, die von ethnischen Tadschiken bewohnt werden.
Das Dorf Eski-Forish
Das Dorf EskiForish hat 1110 Einwohner. Es verfügt über eine Gesundheitsstation mit Krankenschwester und eine weiterführende Schule. Im Dorf gibt es drei kleine Läden und einige Hofläden, die Grundnahrungsmittel sowie Kekse, Süßigkeiten, Mineralwasser, Bier, Wein und Zigaretten verkaufen. Alle Häuser im Dorf sind an das Stromnetz angeschlossen.
Der Name EskiForish bedeutet „altes Forish“. Auf Tadschikisch heißt das Dorf Porasht. Das Wort Porasht hat seine Wurzeln in der sogdischen Sprache und bedeutet „Ort, der eine Festung umgibt“. Das alte Dorf Porasht, höher im Tal, wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben. Die Ruinen von Häusern, Moscheen und Mühlen sind noch zu sehen.
Im 16. Jahrhundert war die Umgebung des heutigen EskiForish mit Schilf bedeckt. Als der Khan von Buchara, der Scheibanide Abdullah II, durch das Gebiet kam, gefiel es ihm hier und er entschied sich, mit seinen Truppen Rast zu machen. Dies führte schließlich zur Dorfgründung (1558-1598). Die Einheimischen, die weiter oben im Tal lebten (die Qishloqi), zogen in die neue Siedlung und vermischten sich mit den neuen Siedlern aus Buchara (Qorovulbegi).
In der Nähe des Dorfes befinden sich zwei historische Aussichtspunkte, genannt Abdullakhan und Sultontepa. Von dort war es möglich, sich nähernde Feinde zu erspähen.
In der Gegend von EskiForish wurden die Ruinen von drei alten Moscheen, nämlich Mullodehkon, Arabboy und Merganboy gefunden. Ebenfalls unweit des Dorfes befindet sich eine prähistorische Petroglyphenstätte.
Das Dorf Asraf
Asraf ist ein sehr kleines Dorf zwischen den größeren Orten EskiForish und Uhum. Derzeit leben dort 18 Familien. Es gibt nur eine kleine Grundschule, nach der vierten Klasse müssen die Kinder in das Dorf Uhum zur Schule gehen.
Asraf liegt ganz in der Nähe des Nuratau-Naturschutzgebietes, das nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Aber an den Rändern des Naturschutzgebiets gibt es einige Wanderwege. Die beiden Flüsse im Dorf, der Arsaf und der Xushrud, werden von den Quellen Chashmai Azizmurod und Chashmai Abdulloi Naymon gespeist.
Wie alle Dörfer des Nuratau-Gebirges hat auch Asraf eine lange Geschichte: Alte Felsmalereien in den Bergen beweisen, dass hier seit mehr als zweitausend Jahren Menschen leben. Elemente der Sogdischen Sprache sind noch heute im gesprochenen Tadschikisch erhalten. Die Sogden, die aus den Tälern Zarafshan und Istrafshan stammten, ließen sich im 4. Jahrhundert v.Chr. im Nuratau-Gebirge nieder, um den Truppen Alexanders des Großen zu entgehen. Bis heute sind viele der hier praktizierten Bräuche eher mit denen der Tadschiken im Zarafshan verwandt als mit denen derjenigen aus Samarkand und Buchara.
Die Bräuche der Bewohner von Asraf unterschieden sich früher leicht von denen der Nachbardörfer. Bei Hochzeiten wurden beispielsweise Kupkari-Spiele organisiert. Und bis in die 1960er Jahre dauerten die Hochzeitsfeiern 6-10 Tage.
Das Dorf Uhum
Im Dorf Uhum gibt es zwei Schulen und eine 2009 neu gebaute technische Berufsschule. Mehrere kleine Läden verkaufen Grundnahrungsmittel sowie Kekse, Süßigkeiten, Mineralwasser, Bier, Wein und Zigaretten. Sonntags ist Markttag: Händler aus der Region bieten ihre Produkte an. Uhum hat eine Gesundheitsstation mit einem Arzt und einer Krankenschwester. In Uhum gibt es sieben Friedhöfe, einige davon sind sehr alt. Mit fünf elektrischen und drei wasserbetriebenen Mühlen wird das Getreide gemahlen. In der Nähe des Busbahnhofes findet sich ein Friseur. Alle Häuser in Uhum sind an das Stromnetz angeschlossen, allerdings gibt es im Uhum-Tal keinen Handyempfang.
Uhum ist eines der größten Dörfer im Nuratau-Gebirge und das Uhum-Tal erstreckt sich über 15 km. Der Name Uhum kommt vom sogdischen Wort Axm/Achm, das „furchtloser Krieger“ bedeutet.
Auf dem Weg nach Uhum passieren Sie zwei kleine Siedlungen: Sirtikon, was „in der Nähe der Mine“ bedeutet, und Mula, was so viel wie „abgelegener Ort“ bedeutet. Diese beiden Dörfer sind relativ jung. In Sirtikon wurden jedoch Reste einer alten Kupfermine aus der Zeit der Mongolen gefunden. Beim Betreten des Dorfes Uhum sehen Sie die Reste einer Steinmauer, die „Shaxi Ali“ genannt wird. Früher schützte sie das Dorf vor Angriffen der Nomaden aus der Kysylkum-Steppe. Man weiß nicht genau, wann sie gebaut wurde.
Im Dorf Uhum gibt es fünf alte Moscheen und sieben alte Friedhöfe (Chilgazato, Guji G’ozi, Xazrati Bibi, Shoxidon, Azizon, Xisorato, Xazrati Eshonbobo). Weitere interessante historische Stätten sind die Ruinen der alten Xonkeldi-Festung in Uhum und die Ruinen der Korg’on-Festung in Ober-Uhum sowie eine kleine Petroglyphenstätte.
Uhum gehörte früher zum Emirat Buchara. Als das Russische Reich Buchara eroberte, wurde auch Uhum im Dezember 1867 von den Truppen des russischen Kommandanten Abramow eingenommen.
Es war für die Bewohner des Uhum-Tals nie einfach, mit den spärlichen Ressourcen zu überleben. Daher unterwarf die ansässige Bevölkerung immer wieder benachbarte Dörfer, um ihren eigenen Viehbestand zu vergrößern und andere Güter zu erwerben.
Uhum war früher wesentlich größer. In den 1950er Jahren siedelte die Sowjetregierung 608 Familien in andere Regionen (Jizzakh, Kasachstan, Sirdarya) um, wo Arbeitskräfte auf den Baumwollfeldern benötigt wurden. Aus diesem Grund sehen Sie in Uhum viele verlassene Häuser.
Das Dorf Hayat
Hayat hat 650 Einwohner und verfügt über eine Grundschule. Die 2009 neu gebaute Technische Berufsschule in Uhum ist nicht weit. Es gibt einen Laden, in dem Grundnahrungsmittel sowie Kekse, Süßigkeiten, Mineralwasser, Bier, Wein und Zigaretten erhältlich sind. Das Dorf verfügt über einen eigenen Friedhof und mehrere Mühlen zum Mahlen von Getreide.
Über die Entstehungsgeschichte des Dorfes existieren mehrere Legenden. Einer zufolge herrschte in der Gegend eine langanhaltende Dürre. Auf der Suche nach Wasser kam ein Bauer ins Tal und sah Nebel und Wolken, Daraus schloss er, dass es in der Gegend Wasser geben müsse. Er erzählte es den anderen Dorfbewohnern und diese befanden, dass dies ein guter Ort zum Siedeln sei. Daher nannten das Dorf Hayat, was Leben bedeutet. Eine andere Legende besagt, dass während einer schweren Dürre alle Quellen und Brunnen in den Nachbardörfern austrockneten, die Quelle in Hayat jedoch immer noch Wasser lieferte. Deshalb nannten die Leute sie die Quelle des Lebens (hayat).
Im Dorf Hayat gab es eine Festung namens Shaxi Korgon, die auf einem Hügel lag und schwierig einzunehmen war. Man brauchte nur 10-15 Leute, um sie gegen 500 Feinde zu verteidigen. Die Ruinen der Festung können besichtigt werden.
In den 1950er-Jahren siedelte die Sowjetregierung sechzig Familien aus Hayat in die Baumwollanbaugebiete um. Deshalb sieht man im Dorf viele verlassene Häuser.
Das Dorf Sentob
Im Dorf Sentob gibt es zwei weiterführende Schulen und eine Gesundheitsstation mit einem Arzt und einer Krankenschwester. Fünf kleine Läden verkaufen Grundnahrungsmittel sowie Kekse, Süßigkeiten, Mineralwasser, Erfrischungsgetränke, Bier, Wein und Zigaretten. In der Nähe der Minibushaltestelle gibt es einen Friseur. Es gibt drei Wassermühlen und eine elektrische Mühle, in denen Getreide gemahlen wird. Alle Häuser in Sentob sind an das Stromnetz angeschlossen, allerdings gibt es nicht überall im Dorf Handyempfang.Wie andere Dörfer des Nuratau-Gebirges hat Sentob eine lange Geschichte.
Es ist das größte und älteste Dorf im Nuratau-Gebirge. Um den Ursprung des Dorfnamens ranken sich viele Legenden. Eines Tages, als eine Karawane ins Dorf kam, fragten die Soldaten einen einheimischen Hirten nach dem Namen des Ortes. Der Hirte antwortete „Sen top “, was auf Usbekisch „Rate selbst“ bedeutet. Seitdem nennen die Menschen das Dorf Sentob. Einer anderen Legende zufolge war der ursprüngliche Name des Dorfes „Simtob“, was in der Landessprache „glänzend wie Silber“ bedeutet. Das Wasser der Quellen und Flüsse im Dorf erinnert an Silber, wenn es sich in der Sonne spiegelt.
Wie in den anderen Dörfern auch, zwang die Sowjetregierung in den 1950er-Jahren Teile der Bevölkerung dazu, in Baumwollanbaugebiete umzusiedeln. Deshalb sieht man im Dorf viele verlassene Häuser.
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